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Almuñécar · Costa Tropical · Seit 1969
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Piraten und Schmuggler

Die Schmuggler an der Küste – Tabak, Esel und Carabineros von Maro bis La Herradura

Jahrhundertelang war die Costa Tropical einer der Wege, auf denen Schmuggler Waren nach Spanien brachten. Tabak und Stoffe kamen aus Gibraltar, wurden nachts in kleinen, versteckten Buchten unter den Felsen entladen und auf Maultieren und Eseln ins Landesinnere getragen. Ihnen gegenüber standen die Zollwächter, die Carabineros, die 1829 gegründet wurden und in die alten Wachtürme einzogen. Hier ist die Geschichte – und die Orte, die Sie heute besuchen können.

02-11-2026 · 17 Min. Lesezeit

Faktengeprüft am 01.11.2026

Geprüft anhand der spanischen Wikipedia (Cuerpo de Carabineros, Castillo de La Herradura, Torre de Cerro Gordo, Torre del Diablo), Andalupedia (Eintrag Contrabando), des Protokolls des britischen Unterhauses vom 16. Juni 1871 (Hansard), des spanischen Umweltministeriums MITECO (der Abriss der Kaserne bei Torrox), Rincones de Granada, Euro Weekly News und The Seaside Gazette (Paseo de los Carabineros in Nerja) sowie OpenStreetMap. Was wir nicht bestätigen konnten: konkrete Schmugglergeschichten mit Namen und Jahreszahlen gerade aus Cantarriján, Calaiza, La Herradura und Maro, welche Pfade über die Sierra de Almijara und die Sierra Tejeda die Schmuggler genau nutzten, ob Kaffee an unserer Küste zu den Waren gehörte, ob in La Mamola, Calahonda oder Castell de Ferro noch eine Carabinero-Kaserne steht und wie viel vom Paseo de los Carabineros in Nerja heute begehbar ist.

Die Bucht von Cantarriján zwischen Maro und La Herradura. Über dem Strand steht der Torre Caleta, dahinter auf der Landspitze der Torre de Cerro Gordo, den die Carabineros im 19. Jahrhundert als Ausguck nutzten
Die Bucht von Cantarriján zwischen Maro und La Herradura. Über dem Strand steht der Torre Caleta, dahinter auf der Landspitze der Torre de Cerro Gordo, den die Carabineros im 19. Jahrhundert als Ausguck nutzten Foto: Yannis Stavros · CC BY-SA 2.0 · Commons

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Warum gerade hier schmuggeln?

Die Antwort lautet Tabak. In Spanien war Tabak ein Staatsmonopol: Nur der Staat durfte ihn verkaufen, und die Abgabe war hoch. Laut Andalupedia war Tabak schon seit der Zeit Philipps IV. im 17. Jahrhundert „die offenste und begehrteste“ Schmuggelware, und das blieb lange so. Andere Waren waren Seidenstoffe, Kakao, Gewürze und in Kriegszeiten Waffen und Pferde. Rincones de Granada nennt außerdem englischen Baumwollstoff und Seife.

Die Waren kamen aus Gibraltar. Die Briten eroberten den Felsen 1704, und mit dem Frieden von Utrecht 1713 wurde er britisch. Andalupedia nennt das den Beginn eines „rasenden Schmuggels“. Gibraltar war Freihafen, und hier konnte man Tabak ohne spanische Abgabe kaufen. Um welche Mengen es ging, sagte der britische Politiker Sir David Wedderburn am 16. Juni 1871 im Unterhaus: In drei Jahren waren ca. 30.000 hundredweight amerikanischer Tabak nach Gibraltar gekommen, und über 29.000 davon – rund 1.500 Tonnen – waren weitergeschickt worden „und landeten zweifellos in Spanien“.

Eine Feluke – ein schnelles Segelschiff mit Lateinersegel – vor Gibraltar. Gemälde von Thomas Chambers, Mitte des 19. Jahrhunderts. Solche Schiffe segelten entlang der Küste
Eine Feluke – ein schnelles Segelschiff mit Lateinersegel – vor Gibraltar. Gemälde von Thomas Chambers, Mitte des 19. Jahrhunderts. Solche Schiffe segelten entlang der Küste Foto: Thomas Chambers · CC0 · Commons
»Gibraltar, Gruppe von Schmugglern« – so sah's in den 1860er-Jahren aus: eines der frühesten Fotos von Schmugglern, aufgenommen vom walisischen Fotografen Robert Peters Napper
»Gibraltar, Gruppe von Schmugglern« – so sah's in den 1860er-Jahren aus: eines der frühesten Fotos von Schmugglern, aufgenommen vom walisischen Fotografen Robert Peters Napper Foto: Robert Peters Napper (1819 - 1867) Born in Newport. Died in Newport. Details o · Public domain · Commons

Von Gibraltar gingen die Waren per Boot ostwärts entlang der Küste. Die Costa Tropical hatte, was die Schmuggler brauchten: steile Felsen, viele kleine Buchten, in denen man vom Land aus nicht gesehen werden konnte, und gleich dahinter Berge mit Pfaden nach Granada und Málaga. Rincones de Granada beschreibt die Felsen bei Maro-Cerro Gordo und die Küste unter den Contraviesa-Bergen östlich von Motril als eine Landschaft mit „unzähligen Höhlen und Buchten, in denen die Schmuggler nachts entluden“.

Die Schmugglerbuchten

Welche Buchten wann genutzt wurden, lässt sich schwer genau sagen. Schmuggler führten keine Bücher, und wir haben keine Quellen mit namentlich genannten Landungen gerade in unseren Buchten gefunden. Aber die Landschaft spricht eine deutliche Sprache – und genau hier stellten die Behörden ihre Wachen auf:

  • Cantarriján und El Cañuelo liegen am Grund tiefer Schluchten zwischen Cerro Gordo und Maro. Vom Meer aus kann man sie sehen, vom Land aus kaum. Über den Buchten stehen der Torre Caleta und der Torre de Cerro Gordo – Letzterer wurde eben zum Ausguck der Carabineros.
  • Maro: Die Felsen östlich von Nerja sind voller kleiner Buchten, die man nur zu Fuß über steile Pfade oder vom Wasser aus erreicht.
  • La Herradura: Die Hufeisenbucht war im 16. Jahrhundert ein bekanntes Versteck der Piraten. Später erhielt sie die wichtigste Kaserne der Carabineros an der Küste.
  • Calaiza: Eine kleine Steinbucht unter den Felsen bei Almuñécar, die man noch heute nur über einen steilen Pfad oder vom Meer aus erreicht.
Der Strand Cantarriján von den Felsen aus gesehen. Hinunter kommt man nur über eine einzige schmale Straße
Der Strand Cantarriján von den Felsen aus gesehen. Hinunter kommt man nur über eine einzige schmale Straße Foto: Cantarrijeño · CC BY-SA 4.0 · Commons
Eine kleine Bucht bei Maro – ein Ort, an dem ein Boot nachts unbemerkt anlanden konnte
Eine kleine Bucht bei Maro – ein Ort, an dem ein Boot nachts unbemerkt anlanden konnte Foto: Por los caminos de Málaga · CC BY 2.0 · Commons
Die Felsküste bei Calaiza in Almuñécar (Titel des Fotografen). Die Bucht ist nur über einen steilen Pfad oder vom Wasser aus erreichbar
Die Felsküste bei Calaiza in Almuñécar (Titel des Fotografen). Die Bucht ist nur über einen steilen Pfad oder vom Wasser aus erreichbar Foto: AGarcía · CC BY-SA 3.0 · Commons

Die Küste wird noch immer von Schmugglern genutzt. Im Dezember 2018 landete ein schnelles Schlauchboot mit Haschisch gerade in Calaiza, nachdem das Radar es vor Almuñécar entdeckt hatte (The Seaside Gazette). Über den Schmuggel heute lesen Sie in Schmuggel in neuerer Zeit.

Mit Eseln und Maultieren über die Berge

Waren die Waren an Land, mussten sie weiter ins Landesinnere, wo die Käufer waren. Der Weg führte über die Berge hinter der Küste: die Sierra de Almijara und die Sierra Tejeda, die sich direkt hinter Nerja und Almuñécar erheben – die Sierra Tejeda auf gut 2.000 Meter. Straßen für Autos gab es nicht. Alles wurde auf dem Rücken von Maultieren und Eseln transportiert, von arrieros, den Maultiertreibern, die auch die legalen Waren zwischen der Küste und den Städten beförderten.

Die Sierra de Almijara mit der Sierra Nevada im Hintergrund. Über diese Berge führten die Maultierpfade zwischen der Küste und Granada
Die Sierra de Almijara mit der Sierra Nevada im Hintergrund. Über diese Berge führten die Maultierpfade zwischen der Küste und Granada Foto: TonioMora · CC BY-SA 2.0 · Commons

Ein Bericht von Oberst José de Alabes vom 16. April 1782 zeigt, wie eine Schmugglerkarawane aussehen konnte. Der Bericht betrifft eine Route weiter im Landesinneren, zwischen Córdoba und Granada, über Lucena, Rute, Iznájar und Montefrío. Hier beschlagnahmten die Soldaten 15 Pferde, 80 Pfund brasilianischen Tabak, 14 Gewehre, drei Donnerbüchsen und acht Pistolen (Andalupedia). Die Schmuggler waren also bewaffnet.

Spuren des alten Verkehrs über die Berge gibt es noch heute. Die Junta de Andalucía beschreibt die Ruine der Venta de López am Pfad zwischen Játar und Puerto de Cómpeta als alte Herberge für Hirten, Maultiertreiber und Händler. Welche Pfade genau die der Schmuggler waren, konnten wir nicht belegt finden – dieselben Maultierpfade nutzten alle.

Der alte Weg zwischen Frigiliana und Nerja im Naturpark Sierras de Tejeda, Almijara y Alhama
Der alte Weg zwischen Frigiliana und Nerja im Naturpark Sierras de Tejeda, Almijara y Alhama Foto: Gahlaiba · CC BY-SA 3.0 es · Commons
»Schmuggler aus der Serranía de Ronda«. Gustave Dorés Zeichnung aus den 1870er-Jahren zeigt, wie französische und englische Reisende sich die andalusischen Schmuggler vorstellten – so malte man sich's aus
»Schmuggler aus der Serranía de Ronda«. Gustave Dorés Zeichnung aus den 1870er-Jahren zeigt, wie französische und englische Reisende sich die andalusischen Schmuggler vorstellten – so malte man sich's aus Foto: Gustave Doré · Public domain · Commons

Romantik und Wirklichkeit

Im 19. Jahrhundert wurde der andalusische Schmuggler zu einer beliebten Figur in der europäischen Kunst und Literatur, mit prächtiger Tracht, Gewehr und einem Esel mit Tabak. Am berühmtesten ist wohl die Schmugglerbande in Bizets Oper Carmen (1875). Die Wirklichkeit war grauer. Rincones de Granada schreibt, dass der Schmuggel oft die stillschweigende Unterstützung der armen einheimischen Bevölkerung hatte. Aber er war gefährlich: Beide Seiten waren bewaffnet.

»Die Schmuggler brechen auf«. Stich nach einer Zeichnung des französischen Malers Jules Worms, 1882
»Die Schmuggler brechen auf«. Stich nach einer Zeichnung des französischen Malers Jules Worms, 1882 Foto: Grabado basado en un dibujo de Jules Worms · Public domain · Commons
»Der verwundete Schmuggler« – Stich von 1860 nach einer Zeichnung des schottischen Malers John Phillip
»Der verwundete Schmuggler« – Stich von 1860 nach einer Zeichnung des schottischen Malers John Phillip Foto: Grabado basado en un dibujo de John Phillip. · Public domain · Commons

Die Zollwächter: von den Küstenkompanien zu den Carabineros

Die Krone versuchte lange, den Schmuggel zu stoppen. Vor den Carabineros bewachten die Compañías de Infantería Fija de la costa de Granada – feste Küstenkompanien – über 400 Seemeilen Küste von Tarifa bis Almería, mit Garnisonen u. a. in Vélez, Almuñécar und Motril. Laut Andalupedia waren sie „ein festes Bollwerk“ gegen die Schmuggler, konnten sie aber nie ausrotten: Die Soldaten waren schlecht bezahlt und schlecht bewaffnet, und sie wurden vor Ort rekrutiert. Außerdem gab es Zollwachen, resguardos, die Küsten und Felder abpatrouillierten.

Am 9. März 1829 gründete König Ferdinand VII. per königlichem Dekret das Real Cuerpo de Carabineros de Costas y Fronteras – das „Königliche Korps der Karabinieri für Küsten und Grenzen“. Das Korps wurde von Feldmarschall José Ramón Rodil organisiert und unterstand dem Finanzministerium, nicht der Armee. Seine Aufgabe war es, Küsten und Grenzen zu bewachen und Schmuggel und Steuerhinterziehung zu bekämpfen. 1936 zählte das Korps 16.096 Mann.

Die Carabineros zogen entlang der ganzen Küste ein. Sie nutzten die alten Wachtürme, die die Zeit der Piraten hinterlassen hatte: Im Torre del Diablo östlich von Almuñécar saßen ab 1839 Carabineros, und der Torre de Cerro Gordo wurde im 19. Jahrhundert ihr Ausguck. Das Kanonenfort Castillo de La Herradura wurde ihre Kaserne. An anderen Orten baute man neue Wachhäuser, casas-cuartel, unten am Strand.

Rincones de Granada beschreibt das Leben auf den Stationen: rechteckige Häuser mit einem oder zwei Stockwerken und dicken Mauern gegen das Salz. Die Wächter wohnten dort mit ihren Familien, oft weit vom nächsten Dorf entfernt, und manche heirateten Frauen aus der Gegend. Jede Nacht „gingen sie den Pfad“ (hacer la vereda): Sie patrouillierten ihren Küstenabschnitt in Dunkelheit und Wind, bis sie die Wache der nächsten Station trafen. Die Seite nennt Castell de Ferro und Calahonda als Orte, an denen die Carabineros eng mit dem Dorf zusammenlebten, und die Kaserne in La Mamola als klassisches Beispiel. Ob diese Gebäude heute noch stehen, konnten wir nicht bestätigen.

Der Bürgerkrieg und die Guardia Civil

Als 1936 der Bürgerkrieg ausbrach, hielt der Großteil der Carabineros zur rechtmäßigen republikanischen Regierung. Laut der spanischen Wikipedia lief etwa ein Drittel, 5.000–6.000 Mann, zu den Aufständischen über. Nach Francos Sieg wurde das Korps durch das Gesetz vom 15. März 1940 aufgelöst. Die Aufgaben und ein großer Teil der Männer gingen an die Guardia Civil über, die 1844 gegründet worden war, um auf dem Land für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Von da an bewachte die Guardia Civil die Küste – auch in den Jahren nach dem Krieg, als Armut und Rationierung den Schwarzhandel, estraperlo, in ganz Spanien zum Alltag machten. Über den Kampf gegen die Guerilla in den Bergen in jenen Jahren lesen Sie in Die Guerilla in der Almijara, und über die älteren Straßenräuber in Die Banditen in den Bergen.

Die Guardia Civil war bis 2002 im Castillo de La Herradura untergebracht (eine andere Quelle sagt 2003). Viele der alten Wachhäuser verfielen. An der Mündung des Río Torrox, ca. 25 km Luftlinie westlich von Playa Tropical, stand die Ruine einer Kaserne der Carabineros an der Klippenkante. Sie drohte einzustürzen, und 2017 ließ das spanische Umweltministerium sie für ca. 50.000 € (≈ 373.000 kr.) abreißen und stellte die Klippe wieder her. Gleichzeitig entfernte man invasive Pflanzen, die die seltene Strandpflanze Limonium malacitanum bedrohten.

Zeitleiste

JahrWas geschah
17. JahrhundertUnter Philipp IV. wird Tabak zur wichtigsten Schmuggelware. Tabak ist in Spanien Staatsmonopol
1704 / 1713Gibraltar wird von den Briten erobert und mit dem Frieden von Utrecht britisch – der Freihafen wird zum Lager der Schmuggler
Vor 1829Feste Küstenkompanien bewachen die Küste von Tarifa bis Almería, u. a. in Almuñécar und Motril
1771Das Kanonenfort Castillo de La Herradura wird fertiggestellt (gegen die Piraten)
16. April 1782Oberst Alabes beschlagnahmt Pferde, Tabak und Waffen einer bewaffneten Schmugglerkarawane zwischen Córdoba und Granada
9. März 1829Ferdinand VII. gründet die Carabineros de Costas y Fronteras
1839Carabineros ziehen in den Torre del Diablo bei Almuñécar ein
1844Die Guardia Civil wird gegründet
16. Juni 1871Im britischen Unterhaus heißt es, dass in drei Jahren ca. 1.500 Tonnen Tabak von Gibraltar weiter nach Spanien gingen
1875Bizets Oper Carmen mit der Schmugglerbande wird uraufgeführt
1936Die Carabineros zählen 16.096 Mann. Die meisten halten im Bürgerkrieg zur Republik
15. März 1940Die Carabineros werden aufgelöst und in die Guardia Civil eingegliedert
2002Die Guardia Civil verlässt das Castillo de La Herradura
2017Die Ruine der Carabinero-Kaserne am Río Torrox wird abgerissen
2021Der erste Abschnitt des Paseo de los Carabineros in Nerja ist instand gesetzt. Das Museo 1562 öffnet im Castillo de La Herradura

Das können Sie heute sehen

Castillo de La Herradura – die Kaserne der Carabineros (9,5 km, 16 Min.)

Das niedrige Steinfort liegt mitten an der Strandpromenade von La Herradura. Es wurde 1765 entworfen und 1771 als Kanonenfort gegen die Piraten fertiggestellt, war danach Kaserne der Carabineros und zuletzt der Guardia Civil bis 2002. Die Gemeinde setzte es 2007–2011 instand, und heute beherbergt es das Museo 1562 La Furia del Mar über den Untergang der Flotte in der Bucht 1562 – mehr dazu in Piraten und Wachtürme. Laut der Übersicht des Touristenbüros von Almuñécar vom November 2025 ist es Mittwoch–Sonntag von 10–14 und 16–19 Uhr geöffnet. Den aktuellen Preis konnten wir nicht bestätigen – fragen Sie im Touristenbüro nach.

Die runde Eckbastion des Castillo de La Herradura. Das Fort war Kaserne der Carabineros und später der Guardia Civil
Die runde Eckbastion des Castillo de La Herradura. Das Fort war Kaserne der Carabineros und später der Guardia Civil Foto: Robertabranco · CC BY-SA 4.0 · Commons
Der Hof im Inneren des Forts, mit alten Kanonenrohren
Der Hof im Inneren des Forts, mit alten Kanonenrohren Foto: Robertabranco · CC BY-SA 4.0 · Commons

Torre de Cerro Gordo – der Ausguck der Carabineros (13 km, 20 Min.)

Der Turm aus der Zeit um 1600 steht ganz vorn auf der Landspitze westlich von La Herradura. Im 19. Jahrhundert hatte er seine Bedeutung gegen die Piraten verloren, und die Carabineros nutzten ihn als Ausguck. Von hier blicken Sie hinunter in die Bucht von La Herradura und die Bucht von Cantarriján. Der markierte Weg der Junta de Andalucía beginnt am Mirador de Cerro Gordo: ein Rundweg von 2 km, ca. 40 Minuten, mittelschwer, mit ca. 150 Metern Höhenunterschied. Wenn Sie nicht die ganze Runde gehen möchten, gehen Sie einfach zum Turm hinunter und auf demselben Weg zurück.

Torre de Cerro Gordo bei Sonnenuntergang im September 2026
Torre de Cerro Gordo bei Sonnenuntergang im September 2026 Foto: Tee21wolfowl · CC BY-SA 4.0 · Commons

Die Bucht von Cantarriján (13 km, 20 Min.)

Der Strand gleich westlich vom Cerro Gordo ist heute ein ruhiger FKK-Strand mit zwei Strandrestaurants. Im Sommer (2026: 15. Juni–10. September) ist die Straße für Autos gesperrt, und ein Pendelbus fährt von den Parkplätzen an der N-340 hinunter. Den Rest des Jahres können Sie hinunterfahren oder die ca. 1,5 km zu Fuß gehen. Mehr dazu in Maro-Cerro Gordo.

Torre del Diablo – Almuñécar

Den Turm auf dem Felsen über dem Strand Playa de Cabria, östlich von Almuñécar, sieht man von der alten Küstenstraße N-340. Er wurde um 1766 gebaut, und ab 1839 wohnten dort Carabineros. Es gibt keinen markierten Weg hinauf, und das letzte Stück ist steil – genießen Sie den Anblick von der Straße oder vom Strand aus.

Torre del Diablo auf dem Felsen Las Golondrinas. Hier wohnten ab 1839 Carabineros
Torre del Diablo auf dem Felsen Las Golondrinas. Hier wohnten ab 1839 Carabineros Foto: Veinticuatro de Jahén · CC BY-SA 4.0 · Commons

Paseo de los Carabineros – Nerja (30 km, ca. 30 Min.)

Mitten in Nerja, unterhalb des Aussichtsplatzes Balcón de Europa, liegt der kleine Strand Calahonda mit Fischerbooten und Felsen. Von hier führte der Paseo de los Carabineros, ein Weg unter den Felsen am Meer entlang ostwärts zum Strand Burriana. Laut The Seaside Gazette wurde er Mitte der 1990er-Jahre eingeweiht, aber um 2002 nach Steinschlägen gesperrt. Der erste Abschnitt ab Calahonda wurde für ca. 314.000 € (≈ 2.342.440 kr.), bezahlt von der Provinz Málaga, instand gesetzt und war im Juni 2021 fertig, mit neuen Treppen hinunter zum Strand und zwei Aussichtspunkten. Ob der Rest heute offen ist, konnten wir nicht bestätigen – folgen Sie den Schildern und gehen Sie nie an einer Absperrung vorbei. Warum der Weg so heißt, steht nicht in den Quellen, aber der Name erinnert an die Wächter, die hier einst die Küste abpatrouillierten.

Der Strand Calahonda unter dem Balcón de Europa in Nerja. Der Paseo de los Carabineros beginnt hier und führt unter den Felsen nach Osten weiter
Der Strand Calahonda unter dem Balcón de Europa in Nerja. Der Paseo de los Carabineros beginnt hier und führt unter den Felsen nach Osten weiter Foto: Rober Martinez · CC0 · Commons

Verbinden Sie den Ausflug gern mit den Höhlen von Nerja oder mit Frigiliana, wo Sie die Berge sehen, über die die Maultierpfade führten.

So kommen Sie dorthin von Playa Tropical

  • Castillo de La Herradura: Fahren Sie auf der N-340 westwärts nach La Herradura und hinunter zur Strandpromenade (Paseo Andrés Segovia). 9,5 km, ca. 16 Min. Parken in den Straßen hinter der Promenade – im Sommer kann das schwierig sein.
  • Torre de Cerro Gordo und Cantarriján: Fahren Sie auf der N-340 an La Herradura vorbei weiter Richtung Nerja. Der Mirador de Cerro Gordo liegt direkt an der Straße, mit Parkplatz am Aussichtspunkt und beim Restaurant. Etwas weiter liegen die Parkplätze für Cantarriján. 13 km, ca. 20 Min.
  • Nerja und Paseo de los Carabineros: Über die A-7 oder N-340 nach Nerja, ca. 30 km und 30 Min. Am einfachsten ist das unterirdische Parking Balcón de Europa unter der Plaza de España. Von dort sind es ein paar Minuten zu Fuß zum Balcón de Europa und zu den Treppen hinunter nach Calahonda. Parken auf der Straße ist fast unmöglich.
  • Mit dem Bus: Die Küstenbusse von ALSA zwischen Almuñécar und Nerja halten in La Herradura und in Nerja – siehe Busse. Zum Cerro Gordo brauchen Sie ein Auto oder Taxi.

Die Schaltflächen unter der Karte ganz unten öffnen die Routen ab Playa Tropical direkt in Google Maps – sowohl die direkte Fahrt zur Kaserne in La Herradura als auch die Schmugglerküste nach Westen und die Spaziergänge. Siehe auch Parken, Mietwagen und Geschwindigkeitskontrollen – die N-340 am Cerro Gordo ist schmal und kurvig.

Praktisches

Toiletten

  • La Herradura: OpenStreetMap zeigt eine kostenlose öffentliche Toilette an der Promenade ca. 200 m vom Castillo de La Herradura.
  • Nerja, Calahonda: OpenStreetMap zeigt kostenlose öffentliche Toiletten unten am Strand Calahonda.
  • Cerro Gordo und Cantarriján: Öffentliche Toiletten haben wir keine gefunden. Nutzen Sie das Restaurant am Aussichtspunkt oder die Strandrestaurants – als Gast.

Essen

  • La Herradura: Die Promenade rund um das Fort ist voller Restaurants und Strandbars. Probieren Sie Espetos – Sardinen, am Spieß über offenem Feuer gegrillt. Mehr über die Esstraditionen.
  • Cerro Gordo: Das Restaurant am Mirador de Cerro Gordo. Die Öffnungszeiten konnten wir nicht bestätigen.
  • Cantarriján: Zwei Strandrestaurants in der ersten Bucht, u. a. La Barraca mit Fisch und Meeresfrüchten.
  • Nerja: Die Straßen rund um den Balcón de Europa und die Plaza de España sind voller Tapasbars und Restaurants.

Zu Fuß und Barrierefreiheit

Das Castillo de La Herradura liegt an der ebenen Promenade und ist leicht zu erreichen. Der Weg zum Torre de Cerro Gordo besteht aus Stein und Schotter, ohne Schatten – nicht geeignet für Rollstuhl oder Rollator. Hinunter nach Calahonda in Nerja führen Treppen. Den Torre del Diablo sehen Sie am besten von der Straße aus.

Karte und Routen

Roter Stern = Playa Tropical. Klicken Sie auf einen Punkt für Name und Entfernung. Kartendaten © OpenStreetMap.

Gute Ratschläge

  • Beginnen Sie in La Herradura. Kaserne und Museum liefern den Hintergrund – prüfen Sie die Öffnungszeiten vor dem Ausflug beim Touristenbüro.
  • Nehmen Sie gute Schuhe und Wasser mit. Die Wege am Cerro Gordo bestehen aus Stein und Schotter, und es gibt keinen Schatten.
  • Kommen Sie im Sommer früh. Die Parkplätze am Cerro Gordo, in Cantarriján und in Nerja füllen sich schnell.
  • Halten Sie Abstand zur Kante. Die Felsen sind steil, und es fallen Steine herunter. Gehen Sie am Paseo de los Carabineros nie an einer Absperrung vorbei.
  • Fahren Sie über die N-340. Die alte Küstenstraße führt an den Türmen und Buchten vorbei – die Autobahn verläuft in Tunneln.
  • Weiterlesen. Piraten und Wachtürme erzählt, warum die Türme gebaut wurden, und in Das Meer bei La Herradura geht es ums Schnorcheln und Segeln in den Buchten.

Sehen Sie heute am Strand etwas Verdächtiges – z. B. ein Boot, das nachts entladen wird, oder angeschwemmte Pakete –, dann fassen Sie nichts an, gehen Sie weg und rufen Sie die 112 oder die Guardia Civil unter 062 an.

Quellen

Kronenbeträge wurden mit 1 € ≈ 7,46 kr. umgerechnet und gerundet.